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With Full Force 2004
19. September 2004
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With Full Force 2006
19. August 2006
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Freitag:
Eröffnet wurde das 12. With Full Force mit Metalcore vom feinsten: Destiny! Die Husumer Jungs lieferten auf der Tentstage einen fulminanten Gig ab, so dass man sich keinen besseren Auftakt des Festivals hätte wünschen können. Spawn waren die ersten auf der Mainstage und reichten leider nicht ganz an die genialen Destiny heran, lieferten aber trotzdem einen soliden Auftritt ab. Barcode, Cataract und Strech Armstrong rockten nacheinander und alle in ansehnlicher Manier die Zeltbühne, während auf der Hauptbühne die Grindcore-Urgesteine von Extreme Noise Terror zum ersten Mal dem Full Force die Ehre erwiesen.wff05_068
Obituary, die Death Metaller aus dem sonnigen Florida, feuerten ihre Klassiker wie „Slowly We Rot“ und „The End Complete“ ins Publikum, ließen aber auch einige neue Töne vom „Frozen In Time“ Album vernehmen. Für mich, nach einigen Jahren „Obituary- Abstinenz“, ein Gelungenes Comeback. Im „Hardbowl“ ließen Kultbands wie OHL, Walls Of Jericho, Mark Foggo & The Skasters und Misfits in Sachen Punk, Ska und Hardcore nichts anbrennen, da dürfte wohl für jeden Fan der aufgeführten Musikrichtungen etwas dabei gewesen sein.
Das nächste Highlight wartetet dann aber schon auf der Mainstage auf uns: Killswitch Engage! Metalcore der ersten Stunde, groovend, treibend und immer genau auf die zwölf. Selbst der Sturz des Bassers in den Bühnengraben tat der Bühnenshow keinen Abbruch. So muss Metal sein.wff05_232
In Flames standen ihrer „Vorband“ aber in nichts nach. Geniale Riffs wurden mit einer scheinbaren Leichtigkeit aus dem Ärmel geschüttelt um dann mir einer Präzision ins Publikum abgefeuert zu werden. Die Fans dankten es mit ausgiebigen Mosh-, Hüpf- und teilweise sogar Pogo-Orgien.
Die „Slayer“-Rufe haben es bereits wieder den ganzen Tag auf dem Flugplatz Roitzschjora verkündet. Headliner am Freitag waren wieder einmal Slayer. Ich weiß nicht mehr genau wie oft ich die Band bisher Live erlebt habe, aber da es für mich nicht viel Neues zu hören und sehen gab, zog ich mich etwas in die hinteren Gefilde des Geländes zurück. Für Slayer Fans war es aber sicherlich wieder ein Feuerwerk der unbestrittenen Thrash-Könige, die einen Klassiker nach dem anderen in den nächtlichen Himmel abfeuerten.wff05_251
Unleashed waren die einzigen welche mich bei der alljährlichen Knüppelnacht interessierten, so dass ich mich danach zum Ausklang des Tages und zu einem kleinen Umtrunk auf den Zeltplatz zurückzog.

Samstag:
Den ersten Tag hatten wir ohne nennenswerte Zwischenfälle, mit vielen geilen Bands und leider auch einigen kleinen Regengüssen hinter uns gebracht. Der zweite Tag begann mit etwas freundlicherem Wetter und vor allem mit den Thüringern von Narziss. Sie heizten das Hardbowl Zelt mit ihrem Metalcore gleich von der ersten Minute an ordentlich ein und animierten die Besucher schon um kurz nach 14 Uhr zu einer „Wall Of Death Gegen Nazis“.wff05_285
Auf der Hauptbühne gaben sich nacheinander Red Harvest, Betzefer und Kataklysm die Ehre und lieferten alles in allem gute Shows ab. Auf der Tentstage ging es für mich dann mit Murphys Law weiter. Die alten Herren des Old School HC/Punk feuerten ihre Klassiker in die Menge und wurden auch dementsprechend gefeiert, genauso wie nach ihnen Terror.
Auf der Mainstage rockten inzwischen die Ungarn von Ektomorf, welche zwar stark an Sepultura oder Soulfly erinnern, aber ansonsten einen fetten Gig vom Stapel ließen. Gefolgt von Such A Surge, welche zwar nicht unbedingt in der Metal oder Hardcore Fraktion anzusiedeln sind, aber ein ansehnliches und souveränes Konzert darboten.
Mehr Freude kam bei Unsereins dann wieder im Zelt auf, wo sich Maroon anschickten, den von den vorherigen Bands bereits ausgelaugten Publikum, den Rest zu geben. Erneut Metalcore vom feinsten… auf den Punkt, brutal und viel Bewegung auf der Bühne…
Die Holländer Discipline konnten in Sachen Exaktheit und spielerisches Können sicher nicht ganz mit ihren Vorgängerbands mithalten, aber wer braucht das bei Oi-HC-Punk schon. Sie rotzten in gewohnter Manier ihre Straßenkampf- Hymnen ins Volk von wo aus zumindest die Refrains frenetisch mitgegröhlt wurden.wff05_288
Bevor ich mich wieder der Hauptbühne zuwende möchte ich noch schnell die Kassierer erwähnen, von denen ich leider nur ein paar Minuten mitbekam, aber scheinbar ist bei den Assi- Punk- Kabarettisten noch alles beim Alten: Bierbäuche, Schwänze, Becks und versaut-lustige Texte.
Eines der Urgesteine des NY-HC gab sich auf der großen Bühne unter freiem Himmel die Ehre: Sick Of It All! Wie immer mit viel Spielfreude, auf der Bühne ständig in Bewegung und einem Klassiker nach dem anderen aus dem Ärmel geschüttelt, da kann nichts schief gehen!
Über Beatsteaks auf dem Full Force war ich fast etwas überrascht, zählen sie doch nicht unbedingt zur Metal oder HC Szene, aber was soll’s, ich liebe sie! Es war in etwa das 10., 11.,12.,… ach was weiß ich wie viele Beatsteaks Konzerte ich bereits gesehen habe; nichts desto trotz freute ich mich wieder wie ein Kleinkind auf ihren Auftritt. Wenn ich bei Sick Of It All noch von Spielfreude sprach, weiß ich nicht mehr wie ich das bei den Beatsteaks nennen soll: Spielekstase?!? Auf jeden Fall haben sie offen sichtlich jede Menge Spaß auf der Bühne und ich will auch nicht mehr dazu schreiben als einfach nur: Geil, Geil, Geil!!!wff05_290
Na ja, dann kamen Iron Maiden mitsamt Eddie als Headliner auf die Bühne. Ich zähle mich nicht unbedingt zu den Maiden Fans und der Auftritt konnte mich auch nicht vom Gegenteil überzeugen, aber sie spielten scheinbar ausschließlich alte Hits wie „Run To The Hills“ oder „The Number Of The Beast“, so das sich ihr Auftritt zumindest als würdiger Abschluss des zweiten Tages erwies.
Beim Saturday Night Fever traten als erstes die frechen, Berliner Schnauzen von Knorkator an. Leider war das Zelt ziemlich überfüllt, so dass nicht alle die genial- lustige Bühnenshow mitbekommen konnten. Im Anschluss konnten mich auch, die mir bis dahin leider unbekannten, Amulet und Brainless Wankers mit ihrem Punk-Rock’n’Roll überzeugen, aber leider musste ich mich dann aufgrund des ein oder anderen zu viel getankten Bierchens in mein Nachtquartier zurück ziehen, so das ich die sehnsüchtig erwarteten Manos diesmal leider verpasst habe.wff05_339

Sonntag:
Der letzte Tag des Festivals fing dann für mich auch etwas später an, so das ich Superbutt, Dew- Scented, Die Apokalyptischen Reiter, ZSK, Fear My Thoughts und Smoke Blow verpasste. Die erste Band die mir den Kater vertreiben, und auch den noch schwer in den Gliedern liegenden Alkohol vom Vortag verbrennen sollte, war Nuclear Assault. Die Alten Hasen des Thrash Metal machten ihre Sache recht gut, genauso wie die nach ihnen folgenden Raging Speedhorn, und auch Dritte Wahl, die Metal-Punker von der Küste, rockten ordentlich auf der Zeltbühne los.
Nachdem sich mein körperlicher Zustand bereits etwas gebessert hatte, freute ich mich auf die vier New Yorker von Pro Pain. Es wurde wie immer nicht lange gefackelt; rauf auf die Bühne und einen Dampfhammer nach dem anderen in die Menge gefeuert. Meine letzten Kopfschmerzen wurden von Pro Pain dann endgültig zertrümmert; hm, die erste musikalische Kopfschmerztablette mit Namen: Pro Pain!wff05_372
Im Hardbowl Zelt gaben sich in der Zwischenzeit Harley’s War und US Bombs die Ehre. Wir blieben unterdes allerdings vor der Hauptbühne um auf die Hellacopters zu warten, und sie ließen dann auch keine Wünsche offen. Es gab Rock’n Roll vom Feinsten und aufgrund der kurzfristigen Absage von Motörhead (Lemmy lag mit Kreislaufbeschwerden im Krankenhaus, wie wir aber inzwischen Wissen geht es ihm wieder besser) durften die Bands auf der Mainstage alle etwas länger spielen.
Den Schlusspunkt 2005 im Hardbowl setzten die Kasseler von Brightside. Alles in Allem ging ihr Gig in Ordnung, auch wenn wir an diesem Wochenende bereits besseres, auch von deutschen Bands, gehört und gesehen hatten. Das gleiche gilt auch für Anthrax, welche nach dem Ausfall Motörheads, die Headlinerrolle auf der Hauptbühne übernahmen. Der Auftritt war O.K., allerdings hatte ich die Thrash-Crossover-Urgesteine auch schon mal besser erlebt.
Wie jedes Jahr gab es zum Abschluss noch „The Last Supper“ im Zelt. Als Vorspeise gab es dieses Jahr Subway To Sally und Finntroll, beide machten ihre Sache nicht schlecht, aber Subway habe ich einfach schon zu oft gesehen und Finntroll ist eben nicht ganz so meine Mucke. Als Hauptspeise wurde Eläkeläiset serviert. Die Finnen sind mit ihrem Humppa- Sound sicherlich nichts für jedermann, ich fand sie allerdings wieder großartig, so dass ich auf den Nachtisch, in Form von Haggard, verzichtete und mich vor Beendigung des Abendmahls zu Bett begab. Gute Nacht!
Tja, was soll man zusammenfassend noch sagen? Das With Full Force war auch 2005 wohl das geilste Festival in Deutschland; super Bandauswahl (auch wenn der Sonntag etwas hinter den anderen beiden Tagen hinterher hinkte), in Sachen Security, Stau, Versorgung, Preise… gab es diese Jahr eigentlich auch nichts zu meckern; Wetter, na ja ging so (aber da kann man wohl niemanden einen Vorwurf draus machen), bleibt also nur noch zu sagen: Man sieht sich 2006!