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Christmas Metal Festival 2011
20. Februar 2012
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Freitag 11.06.2004: Auf Grund, das MATHYR (mehr als die Ersatzband von PHORKYAS) gerne im Dunkeln spielen wollte, begann das Festival am 11.6. erst gegen 21.00 Uhr mit der Kitzinger Band SILENCE, die zum ersten Mal in Thüringen gastierten. Deren Sound, vergleichbar mit den Finnen SENTENCED, ist geprägt von melodischer Melancholie und eher im Rock anzusiedeln. Ein paar Soundprobleme zum Anfang waren schnell behoben uns so rockten die sechs Schluckspechte das spärliche Publikum in Grund und Boden. Leider sprang der Funke nicht so recht über. Schade, denn diese Jungs haben es dermaßen drauf und sollten in absehbarer Zeit die Chance bekommen, vor einem begeisterten Thüringer Publikum zu spielen.
Nun waren MATHYR aus Sonneberg an der Reihe, Death-Black Metal der schnellen Sorte. Soundtechnisch absolut Klasse, zelebrierten die Lokalmatadore ihre Musik, so dass vergleichbare Bands mit größerem Bekanntheitsgrad in Vergessenheit gerieten. Wenn aus denen nichts wird, verstehe ich die Welt nicht mehr.
Allerdings wurde nun die zweite Schwachstelle am Freitag aufgedeckt: die Lichtanlage. Der einzige Spot, vom Mixer aus bedient, wurde stets von Gästen abgedeckt, und somit Hatte das Publikum recht selten die Gelegenheit, Frontmann und Mitstreiter gut zu sehen. Das selbe Problem war auch bei THE VISION BLEAK erkennbar und schmälerte den visuellen Genuss. Dennoch war die Show, getragen von eiskalter Mystik und Okkultismus, ein wahres Vergnügen. Mit reichlich Samples ausgestattet, boten die Mannen um Ulf-Theodor Schwadorf und Allen B. Konstanz einen einzigartigen Horrorfilm-Soundtrack, der keine Wünsche offen ließ. Frostiger und beinharter Horror-Dark Metal mit einem Frontmann, der durch seine theatralischen Gestik eine beklemmende Stimmung den Besuchern entgegen brachte. Leider schmälerte hier der Regen die Stimmung.
Und wie es manchmal so ist, unbekannte Bands sorgen für super Stimmung, auch hier. SPIRIT CORPSE aus Osnabrück betraten gegen 00.15 die Bühne, um, wie sie sagen, German Zombie Metal den „Massen“ zu bieten, aber wie. Eine Mischung aus Heavy Metal, Rock und gruftiger Musik, gepaart mit einer exklusiven Bühnenshow (inkl. wahnsinns Outfit), ließen die Gäste vor der Bühne toben. Den Norddeutschen merkte man an, sie haben Spaß an der Musik und am Unterhalten. Kaum beschreibbar, diese Dynamik und Kreativität. Musikalisch gut gemacht mit Refrains zum Mitgröhlen und immer wieder jede Menge Spaß an Bord, so kommt man beim Publikum an. Kurz gesagt, eine Liveband, die zu Unterhalten weis.
Auch der Samstag zeigte sich wettermäßig recht abwechslungsreich. Gleich bei der ersten Band RECAPTURE, die mit weiblicher Stimme sich dem Death Metal widmen, öffnete Petrus die Schleusen und es goss aus Kübeln. Dies war der Moment meiner ansonsten sonnigen Anreise und dementsprechend kann ich leider meine Meinung zu RECAPTURE nicht äußern, ich habe sie nur aus weiter Entfernung auf dem Weg vom Parkplatz zum Festivalgelände unter dem Plätschern der Tropfen auf meinen Schirm vernommen. Sorry, gerne hätte ich etwas über diese Band erzählt.
Aber nun soll es richtig losgehen. ANGER enterten die Bühne und rockten mit ihrem Set, das zeitweilig an Motörhead erinnerte, das spärliche Publikum und sorgten trotz des Sonne-Regen-Wetterchaos für gute Stimmung.
Dem Dreier folgte die Düster-Avantgarde-Metal-Combo GRABNEBELFÜRSTEN und wie überaus passend: die Sonne schien. Animiert von der spielerischen Perfektion dieser Band mit großem Namen wurde nun auch hemmungslos gebangt. Die wahrlich avantgardistische Gesangsleistung war allerdings Geschmackssache.
HEIDEVOLK, eine Pagan Metal-Formation aus den Niederlanden schaffte es zum ersten Mal an diesem Tage eine größere Menschenmenge vor die Bühne zu locken. Mit eingängigen, folkigen Melodien und sehr ausdrucksstarkem, zweistimmigen, klaren Gesang zauberte das junge gelderländische Sextett eine Lagerfeuer-Atmosphäre, bei der man gerne seine Stimme und das Methorn erhoben und ein Loblied auf die nordischen Götter angestimmt hätte. Fazit: Spitzen Leistung, davon wollen wir mehr sehen und hören! Nun sollte die Death Metal Fraktion auf ihre Kosten kommen, denn LAY DOWN ROTTEN spielten auf und heizten dem Publikum mit zwei growlenden Sängern und melodischem Todeskä¤ngen ein, bzw. sie versuchten es. Leider sprang der Funke nicht so recht über, aber einige wenige schüttelten dann doch kräftig das Haupthaar unter anderem auch die Mannen von HEIDEVOLK. Ein unvergessliches Bild!!!

Langsam brach die Dunkelheit herein und ein I-Tupfer dieses Festes stand bevor. Die mitreissende Band XIV DARK CENTURIES absolvierte einen Hammergig, der jeden, der sich noch auf den Beinen halten konnte zum hemmungslosen Headbanging und Feiern animierte. Sehr energiegeladen erschien die Atmosphäre bei dem vor Leidenschaft glühenden Auftritt der Thüringer Heidenmetaller im Germanenwams. Mit Songs wie „Valpurga“ und „Teutonentanz“ knallten sie ein Brett nach dem nächsten in die tobenden Massen. Es gab kaum ein Halten mehr. Diese Band hat einfach nur selbst Spaß an ihrer Musik und transportiert diese Ehrlichkeit auch nach Außen. Vielleicht waren sie gerade deshalb einer der Sympathieträger dieses Abends.Heavy Metal von MACBETH eroberte nun den Nachthimmel und das Publikum, doch der Siedepunkt der Stimmung war bereits überschritten und MACBETH schafften es kaum die Menge zum Toben zu bringen, außer zwei 80er Jahre Metalbrüder, die sich stolz auch mal auf der Bühne zeigten. Gerade noch trockenen Fußes absolvierte das Quintett ihren Auftritt bevor sich mal wieder die Himmelsschleusen öffneten, sich das Publikum fluchtartig verabschiedete und damit eine denkbar ungünstige Voraussetzung für die nächsten Musiker gegeben war. Trotz der miesen Wetterlage starteten die Österreicher THIRDMOON voll durch. Zwar ringend um jeden Hörer, dennoch nicht demotiviert von den widrigen Umständen zeigten sie ihre ganze Bandbreite an musikalischem Können. Mal aggressiv, mal melancholisch und atmosphärisch erwies sich der schwere Death Metal, der ab und zu Hypocrisy-like anmutete. Neben den üblichen E-Gitarren verwendeten THIRDMOON auch viele akustische Elemente und boten damit einen grossen Spannungsbogen in ihrem musikalischen Schaffen. Spätestens mit dem Pink Floyd-Cover „The Wall“ eroberten die Vier die Metalherzen der noch Anwesenden und bildeten somit einen großartigen Abschluss des ersten NIGHTMARE BEFORE SUMMER OPEN AIR.
Trotz der schlechten Wetterbedingungen und dem daraus resultierenden mageren Gästezahlen war das NIGHTMARE BEFORE SUMMER ein gelungenes Festival. Ein dickes Lob gebührt den Organisatoren, die mit dem tollen Festivalgelände, das mit Bungalows, Zeltmöglichkeiten und festen sanitären Anlagen eine Sonderstellung der deutschen Festivallandschaft einnimmt, dem ganzen Team an Helfern, der abwechslungsreichen Bandauswahl und niedrigen Preisen dafür sorgte, dass sich jeder der 200 Gäste wohlfühlte. Ich persönlich würde mich freuen, wenn es auch im nächsten Jahr wieder ein NIGHTMARE BEFORE SUMMER geben würde. Der Rohdiamant will durch einen 2005er Schliff in vollem Glanze strahlen!!!